Michèle Binswanger Familie: Sie wurde 1972 geboren und arbeitet als Journalistin, Romanautorin und Bloggerin im Schweizer Bundesland Zug. Binswanger studierte Philosophie und Germanistik an der Universität Basel. In den Jahren 2009 bis 2011 arbeitete sie als Konzeptionerin und Co-Autorin für den active mom blog, der damals auf der Plattform Tages-Anzeiger.net/usenet gehostet wurde. 2010 wurden sie und Nicole Althaus von den Lesern der Fachzeitschrift Schweizer Journalist zur Journalistin des Jahres gekürt und vom Publikum gewählt. Sie wurde 2016 nach einer öffentlichen Umfrage zur “Gesellschaftsjournalistin des Jahres” gekürt.

2012 war sie Co-Autorin des Buches Machomamas: Why Mothers Should Want More at Work mit Nicole Althaus, das bei Random House erschienen ist. 2017 veröffentlichte sie ihr zweites Buch Fremdwalking – Ein Handbuch für Frauen, das 2016 erschienen ist.

Michèle Binswanger Familie
Michèle Binswanger Familie

Im Mai 2020 erließ das Zuger Kantonsgericht Binswanger eine Ex-parte-Verfügung, die die Verbreitung grausamer Worte über die ehemalige Gesetzgeberin Jolanda Pikes Hegglin verbot, was später in einem ordentlichen Urteil vom September 2020 bestätigt wurde. Schauplatz ist Binswangers Buchprojekt zu den Ereignissen um die Zuger Landammann-Feier, die als Kulisse dient. Binswanger erklärte, die Sache werde an das Obergericht Zug weitergeleitet. Spiess-Hegglin hat aufgrund eines Tweets eine Verleumdungsklage gegen Binswanger eingereicht.

Im September 2021 hob das Obergericht Zug das Urteil des Kantonsgerichts auf und ordnete dessen vollständige Rücknahme an. Binswanger hat sich als einer der ersten der im Herbst 2020 gestarteten Petition für freie Debattenräume angeschlossen.

Michèle Binswanger Familie
Michèle Binswanger Familie

Michael Binswanger beschreibt, was sie als Folge der Pandemie erlebt, vor allem aber wie sich diese auf ihre Kinder auswirkt.

Alle reden davon, wie die Epidemie unser Leben komplett auf den Kopf stellt. Die Darstellung ist jedoch nicht ganz korrekt. Vielmehr glaube ich, dass sich im Laufe der Zeit etwas ereignet hat. Jemand hatte den Vorsprung verdoppelt, und es waren keine zwölf Monate, sondern Jahre vergangen, seit der ursprüngliche Vorsprung hergestellt worden war.

Mein Verdacht wird durch die Tatsache gestützt, dass meinen Kindern etwas zugestoßen zu sein scheint. Ich habe bemerkt, dass mein Sohn in letzter Zeit viel Zeit mit Lernen verbracht hat, und ich kann mich nicht erinnern, dass dies jemals zuvor der Fall war. Ich bin mir nicht sicher, ob das Schulsystem, der Sohn oder ich als Mutter schuld waren. Seine Schulbildung war dagegen schwierig. Wenn es um Elterndebatten in der Grundschule ging, lautete das Mantra: “Er könnte so viel mehr erreichen, wenn er wollte.” Auf der Sekundarstufe hieß es, die Situation dürfe nicht zu solchen Turbulenzen führen. “Wenn dieser Trend anhält, können wir nichts garantieren.” In meinen Ohren klang oft folgender Satz: “Kein Wunder, bei einer Mutter, die sich nur um sich und ihre Kinder kümmert.”

Ich hätte ihn gerne zu mehr Disziplin ermutigt, aber ich war nicht in der Lage herauszufinden, wie ich das erfolgreich angehen sollte. Ich habe mit ihm gesprochen, aber auch mit den Lehrern, Schulleitern und Sozialarbeitern, wir haben uns geeinigt und Belohnungen versprochen. Es machte keinen großen Unterschied. Wir waren alle erleichtert, als er letzten Sommer sein erstes Jahr an der High School beendete. Außerdem wurde ich ein bisschen nervös, als ich darüber nachdachte, wie es in der High School sein könnte.

Michèle Binswanger Familie
Michèle Binswanger Familie

Wenn ich gerne an die Zeit zurückdenke, als meine beiden Kinder im Teenageralter noch entzückende Kleinkinder waren, kommt mir immer ein bestimmtes Buch in den Sinn: Die sehr hungrige Raupe.

Ein kurzer Blick in den Kühlschrank zeigt, dass die Kinder meist nicht zu Hause sind; wenn ja, zeigt sich dies daran, dass es schnell geleert wird, wenn etwas Gutes darin verstaut wird. Alles Gesunde hingegen, das darin entdeckt wird, verfällt, ist aber nicht betroffen.

Trotzdem freue ich mich, meine Teenager zu sehen. Und es freut mich sehr zu sehen, dass Sie anfangen, auch über Politik nachzudenken. Vor allem meine Tochter tickt wie ich, wenn sie in ihrem Alter ist; Sie geht jedes Wochenende zu einer Demonstration und hebt die Faust in die Luft, dann kehrt sie nach Hause zurück und erzählt mir von ihren Erfahrungen. Danach erkunden wir, was gerade in ihren Gruppen diskutiert wird.