Gerd Ruge Alter : Gerd Ruge (9. August 1928 – 15. Oktober 2021) war ein deutscher Journalist, Autor und Filmemacher, der in den USA und Europa arbeitete. Als Journalist arbeitete er unter anderem für den Nordwestdeutschen Rundfunk (NWDR), die ARD und den WDR.

Während seiner mehr als 50-jährigen Karriere hat er aus einer Vielzahl von Orten berichtet, darunter unter anderem aus der ehemaligen Sowjetunion, China, den Vereinigten Staaten und Afghanistan. Er war der erste deutsche Journalist, der in Jugoslawien arbeiten durfte, und er war auch der erste Korrespondent der ARD, der in die russische Hauptstadt entsandt wurde.

Von 1964 bis 1969 arbeitete er als ARD-Korrespondent in den USA, wo er unter anderem über die Morde an Martin Luther King Jr. und Robert F. Kennedy berichtete.

Gerd Ruge Alter
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Ruge veröffentlichte seine Berichte in Werken wie Sibirisches Tagebuch und Russland: Portrait eines Nachbarn, in denen er seine Beobachtungen zusammenfasste (“Russland: Portrait eines Nachbarn”) sowie Unterwegs: politische Erinnerungen (“On the Weg: politische Erinnerungen”)

Ruge war Gründungsmitglied der 1961 gegründeten Deutschlandgruppe von Amnesty International. An der Hochschule für Fernsehen und Film in München lehrte er als außerplanmäßiger Professor Fernsehjournalismus.

Ihm wurden Auszeichnungen für Journalismus, Friedensaktivismus und nationale Errungenschaften verliehen; darunter ist das 2014 verliehene Kommandeurskreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Ruge wurde am 9. August 1928 in Hamburg als Sohn eines Arztes und einer Krankenschwester geboren. 1946 begann er für eine junge Zeitschrift namens Benjamin zu schreiben, was den Beginn seiner Karriere als Schriftsteller darstellte. Seine Medienkarriere begann 1949, als er zum öffentlich-rechtlichen Sender NWDR in Hamburg wechselte.

Im folgenden Jahr schrieb er Geschichte, indem er als erster deutscher Journalist die Erlaubnis erhielt, in Jugoslawien zu arbeiten. Von 1956 bis 1959 arbeitete er als erster Nachrichtenkorrespondent für die ARD in Moskau. Von 1964 bis 1969 arbeitete er als ARD-Korrespondent in den USA und stieg schließlich 1970 zum Chefkorrespondenten des deutschen Rundfunks auf.

Gerd Ruge Alter
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Als Ruge Ende der 1950er Jahre in Moskau lebte, lernte er den russischen Dichter Boris Pasternak kennen, den er in einem winzigen Dorf außerhalb der Stadt traf. Die beiden wurden schnell Freunde und Ruge nannte sogar seinen Sohn Boris nach dem Autor, nachdem er ihn kennengelernt hatte.

Pasternak hingegen würde beim Kreml in Ungnade fallen und dadurch gezwungen sein, seinen Literaturnobelpreis zurückzugeben. Ruge hatte das Land zwei Tage vor seiner geplanten Abschiebung verlassen.

Aufgrund seiner finanziellen Unterstützung für Pasternak wurde ihm die Einreise in die Sowjetunion für 12 Jahre verwehrt. Infolge der Ermordung des amerikanischen Senators Robert F. Kennedy, den Ruge persönlich gekannt hatte, war Ruge 1968 in den USA und berichtete über das Ereignis.

Nachdem Martin Luther King Jr. am 4. April 1968 ermordet wurde, berichtete er laut New York Times etwa zur gleichen Zeit auch aus Memphis, Tennessee. 1969 berichtete er auch über den Start der Apollo-11-Mission vom Kennedy Space Center in Florida, über die er schrieb.

Von Bonn reiste er nach Berlin, wo er Anfang der 1970er-Jahre Stationsleiter des WDR in Bonn wurde. Von 1973 bis 1976 arbeitete er als Auslandskorrespondent für die deutsche Zeitung Die Welt in Peking.

Während dieser Zeit veröffentlichte die New York Times mehrere seiner Essays zur chinesischen Außenpolitik vor dem Hintergrund des Kalten Krieges zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion.

Während dieser Zeit war er auch als Gastdozent an der Harvard University tätig. Danach war er in verschiedenen Funktionen für die deutschen Sender ARD und WDR tätig, insbesondere von 1987 bis 1993 als Direktor der ARD-Studios in Moskau.

Während dieser Zeit berichtete er für Associated Press über das Ende des Kalten Krieges und den Zusammenbruch der Sowjetunion. Der sowjetische Führer Michail Gorbatschow sah in ihm eine Person mit großen moralischen Prinzipien, und er unterhielt eine enge Beziehung zu ihm.

Während des Sturzes der Sowjetunion im August 1991 berichtete er mehr als 72 Stunden über den Kampf, der zeigte, dass Gorbatschow trotz eines Aufstands seiner Reformgegner an der Macht festhielt.

Ruges erste Ehe war Fredeke Gräfin von der Schulenburg, die zufällig die Tochter des deutschen Widerstandskämpfers Fritz-Dietlof von der Schulenburg war.

Gerd Ruge Alter
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Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor: Elisabeth Ruge, die spätere Verlegerin und Literaturagentin, und Boris Ruge, der später deutscher Botschafter wurde. Ruge heiratete später die Autorin Lois Fisher, die er im Internet kennenlernte.

In dritter Ehe heiratete er die Münchner Journalistin Irmgard Eichner, die er 1992 in Moskau heiratete, nachdem eine zweite Ehe geschieden wurde. Nach seiner Pensionierung ist derPaar nach München umgesiedelt. Seine Frau Eichner starb sechs Monate vor ihm.

Außerdem besaß er eine Strandvilla auf Zypern, in der er jedes Jahr zwei Monate im Jahr mit seiner Familie verbrachte. Ruge verstarb am 15. Oktober 2021 im Alter von 93 Jahren in München.

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93 Jahre

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