Felix Heklau Alter : Felix Heklau beschäftigte sich intensiv mit der Geschichte der Rockmusik. Natürlich kann er T.Rex und David Bowie covern, aber auch Iggy Pop und Tim Buckley. Auf dem dritten Album seiner Band Cocoon Fire, “Wild Blood”,

Vom Auftakt mit dem furiosen „Devil in the Mirrorball“ bis zum recht ruhigen Ende „The Vultures Come“ zehn Tracks später spuckt die 28-jährige Hallenserin Feuer: Das Vierer aus der Saale rockt kompakt und vielschichtig wie nie zuvor .

Felix Heklau beschäftigte sich intensiv mit der Geschichte der Rockmusik. Natürlich kann er T.Rex und David Bowie covern, aber auch Iggy Pop und Tim Buckley. Auf dem dritten Album seiner Band Cocoon Fire, “Wild Blood”,

Felix Heklau Alter
Felix Heklau Alter

Vom Auftakt mit dem furiosen „Devil in the Mirrorball“ bis zum recht ruhigen Ende „The Vultures Come“ zehn Tracks später spuckt die 28-jährige Hallenserin Feuer: Das Vierer aus der Saale rockt kompakt und vielschichtig wie nie zuvor .

Die Uraufführung der im Erfurter Atomino-Studio aufgenommenen Komposition wurde beinahe verschoben. Heklau, der Sänger und Gitarrist, war kurz vor der Release-Feier erkältet.

Zwischen den Liedern musste die 28-Jährige Halsschmerzen-Spray, Nasentropfen und einen Schluck Bier trinken, um weiter singen zu können.

Überraschenderweise tut dies dem Genuss keinen Abbruch. Johanna Bratke an Gitarre und Keyboard, Christian Franke am Bass und Jeremias Mertens am Schlagzeug runden die Band ab.

Felix Heklau gelingt es, das Publikum der CD-Release-Party davon zu überzeugen, dass Cocoon Fire über den Status einer aufgeweckten jungen Band hinausgewachsen ist. Der Liebling der Schwarzhaarigen führt seine Band mit Gespür durch die Hymne.

Felix Heklau Alter
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Nach 2:20 Minuten fallen “The Wound That Never Heals” und das Soundgarden-ähnliche “Dead Man Walking” im langsamen Grunge-Tempo aus dem Schnellzug. Gab es noch eine hektische New Wave mit rasenden Gitarren, die Heklau vor zwei, drei Jahren mit besorgtem Gesang dämpfen konnte, steht bei der neuen Single “We came for the cake” ein Gefühl der Ruhe am Ruder.

Manche Menschen hingegen wollen ihre Ohren nicht so leicht loslassen. “Wir haben nach Wein gefragt, und sie haben uns Wasser gegeben”, klagt Heklau in “Cake” und fügt hinzu: “Die Mädels küssen sich nicht, sie beißen einfach.” Das Leben ist so sauer, mit nur der Trauer als Sahnehäubchen – aber das alles ist hier in äußerst köstliche Harmonien verpackt.

Es wird rauer, metallischer und näher an Punk im Konzert, ohne eindimensional zu sein. Cocoon Fire verteidigt sich mit Popsongs wie “The Wound That Never Heals”, einem Mash-Up aus pochenden Versen und traurigem Refrain, dem kein Radiosender in einer gerechten Welt widerstehen könnte.

Vier der elf Tracks auf “Wild Blood” wurden zuvor in Versionen veröffentlicht, die den Künstlern nicht gefielen. Als Ergebnis wurden sie neu aufgenommen, wie zum Beispiel “Masquerade”, das jetzt tiefer und fetter ist.

Kein Wunder, denn Johanna Bratke singt eine zweite Stimme im Hauptgitarrengeheul, was dem Vampir-Themen-Refrain eine neue Dimension verleiht. “Springen Sie in meinen Zug und setzen Sie sich zu mir / Machen wir Urlaub / aus der Realität”, sagt der Erzähler.

“Hobos in Love”, eine Ode an die US-Wanderarbeiter der 1930er Jahre, die durch die Straßen zogen, in Güterzügen schliefen und am Lagerfeuer Gitarre spielten, fordert Felix Heklau.

Der moderne Landstreicher ist ein Stadtbewohner, der The National und Chuck Berry hört und elektrische Kleidung trägt. Die Sensation ist jedoch universell und unwiderstehlich: Verloren und allein zu sein in einer kalten Welt, in der trotz Facebook und Vernetzung ein grundlegendes Gefühl der Einsamkeit herrscht.

Felix Heklau Alter
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Vertont im Stile von Bloc Party, Killers oder Maximo Park, spontan und frei von der Starre, die typisch deutsche Gitarrenbands ausmacht. Und zwar nur aus Mitteldeutschland, was auf die Qualität der Musik keinen Einfluss hat, aber auf die Engstirnigkeit der Rezeption einwirken kann.

Über solche Dinge muss man lachen können und die vier Mitglieder von Cocoon Fire sind dazu in der Lage. Letztes Jahr haben sie einen “World Domination Remix” des Disco-freundlichen Songs “Masquerade” kreiert, der einen schroffen Sägebass vorne hatte.

Die eingängigen Vocals von Felix Heklau liegen weit zurück. Sie haben nicht nur eine Rockgeschichte, sondern auch eine Popkultur, sogar in ihrer eigenen Stadt: Cocoon Fire verneigte sich im Zugabe-Segment des Release-Konzerts mit “Dance Radio” vor den lokalen Baby-Universal-Kollegen.

Felix Heklau Alter

28 Jahre alt

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