Anne Hähnig Alter

Anne Hähnig Alter: Anne Hahnig ist Leiterin des Leipziger Korrespondentenbüros der ZEIT und Chefredakteurin der ZEIT Ost. Sie ist dieses Jahr 34 geworden. Sie wurde 1988 im sächsischen Freiberg geboren. Sie besuchte die Deutsche Journalistenschule in München und studierte anschließend Politikwissenschaft an der Universität Leipzig. Sie will wissen, ob, wie und warum die DDR immer noch anders ist als der Rest des Landes und was das für den Rest der Republik bedeutet.

Anne Hähnig Alter
Anne Hähnig Alter
  • Obwohl es lächerlich klingt, war dies ein ausgezeichneter Raum, in dem ich viel über osteuropäische Frauen gelernt habe.
  • Vor einigen Wochen stattete ich dem Universitätsklinikum Leipzig einen Besuch ab, wo mir auf einem der Flure der Entbindungsstation eine Grafik mit dem Titel „Geburtenzahlen von 1941-2018“ auffiel.

  • Der Begriff „pragmatisch“ wird oft verwendet, um östliche Frauen zu beschreiben, und diese Grafik könnte verwendet werden, um zu erklären: Frauen aus neuen Ländern hatten in den 1990er Jahren weniger Kinder, entweder weil sie sich wegen des Übergangs unsicher fühlten oder weil sie das Leben darin erleben wollten die neue Welt zum ersten Mal.
  • Pragmatisch bedeutet viel, auch relevant und lösungsorientiert.

  • Anne Hähnig studierte von 2007 bis 2010 Politikwissenschaft an der Universität Leipzig, bevor sie für ihr Masterstudium an die LMU München wechselte und parallel die Deutsche Journalistenschule besuchte.
  • Heute ist sie Redakteurin der Wochenzeitung DIE ZEIT im Leipziger Büro.

Auf den ersten Blick könnte dieses Bild davon handeln, dass Frauen aus dem Osten für realer gehalten werden. Anfang der 1990er Jahre bekamen Frauen aus den “neubürgerlichen” Ländern nicht oft Kinder. Das lag daran, dass ihnen die Wiedervereinigung zu wichtig war oder sie selbst in eine neue Welt ziehen wollten. Realistisch bedeutet genauso wichtig wie richtig liegen und ergebnisorientiert sein.

Die Welt Westdeutschlands, in der sie auch lebten, muss den ostdeutschen Frauen fremd vorgekommen sein. Nach 1990 gab es in den alten bürgerlichen Ländern nicht mehr genügend Kitas. Stattdessen gab es meist gut ausgebildete Mütter, die nach der Geburt ihrer Kinder zu Hause blieben.

Ich glaube, wir leben in einer feministischen Zeit. Viele junge Frauen wollen wissen, warum es nicht mehr von ihnen im Landesadel wie in den Dax-Vorständen und im Bürgermeisteramt gibt. Warum enden die meisten ihrer Jobs, wenn sie Kinder haben? Zehnmal wurde die gleiche Frage nicht sehr oft gestellt.

Ostasiatische Frauen gelten als praktisch, daher könnte diese Grafik so erklärt werden: Anfang der 1990er Jahre bekamen Frauen aus den neuen Bundesländern nicht mehr viel Kinder. Das lag daran, dass sie sich durch die Wiedervereinigung zu unsicher fühlten oder weil sie in einer neuen Welt neu anfangen wollten. Pragmatisch bedeutet faktenbasiert und lösungsorientiert.

Ich habe im Flur der Entbindungsstation des Universitätsklinikums Leipzig eine Grafik mit dem Titel „Zahl der Geburten von 1941 bis 2018“ gesehen. Diese Zahl zeigt, wie wenige Babys in den letzten zwei Jahren in diesem Heim geboren wurden. Der erste war 1948, direkt nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Nach der Friedlichen Revolution wurden 1994 noch weniger Babys geboren. „Wurde nach der Wiedervereinigung ein Land mehr.

Die Hebamme sagte: “Es muss ein Wunder sein.” Ostfrauen sind nicht nur nützlich Auf den ersten Blick könnte dieses Bild mit dem alten Sprichwort erklärt werden, dass Ostfrauen praktischer sind. Anfang der 1990er Jahre bekamen weniger Frauen aus den neuen Bundesländern Babys. Das könnte daran liegen, dass sie sich nach der Wiedervereinigung unsicher fühlten oder sich auf den Berufseinstieg konzentrierten.

Bittner leitete früher die Abteilung mit Charlotte Parnack. Charlotte Parnack und Roman Pletter werden künftig das Wirtschaftsressort der Zeitung leiten.